Textneufunde und Textbestätigungen
Sebastian Klauke |

Die Arbeit an der Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe (TG) hat zum Ziel, alle von Ferdinand Tönnies zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Texte in chronologischer Reihenfolge der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Für die Arbeit an der TG ist das von Rolf Fechner 1992 veröffentlichte Ferdinand Tönnies Werkverzeichnis von grundlegender Bedeutung. Es gibt den Editoren Orientierung darüber, in welchem Jahr Tönnies welche Texte veröffentlicht hat. Allerdings waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht alle der aufgenommenen Texte tatsächlich in ihrer Existenz nachgewiesen. Außerdem wurden (und werden) im Laufe der Zeit immer noch bislang unbekannte Veröffentlichungen aus der Feder von Tönnies gefunden. Während Fechner noch von rund 880 zu Tönnies Lebzeiten erschienenen Veröffentlichungen ausgeht, sind mittlerweile mehr als 900 nachgewiesen. Außerdem konnte die Anzahl der bei Fechner noch nicht als erschienen nachgewiesenen Texte von rund 60 Stück auf rund 20 reduziert werden. Hauptgrund hierfür ist in erster Linie die fortschreitende Digitalisierung, die den Zugriff auf entlegene Publikationen ermöglicht und die Kommunikation mit Archiven und Bibliotheken und damit die Recherche überhaupt enorm erleichtert bzw. überhaupt erst möglich macht.

Neufunde umfassen bislang unbekannte Übersetzungen, Rezensionen, Beiträge auf Tagungen sowie Leserbriefe und Kommentare. Nicht selten handelt es sich auch um Nachdrucke von bereits bekannten Zeitungsbeiträgen. Der aktuellste Fund aus dieser Woche sind Äußerungen von Tönnies anlässlich der Gründung der Sociological Society in London 1904.